Suchoj Su-24

Verweise: F-111 IL-18 IL-28 Jak-28 K-36 S-6 Su-19 Su-25 Su-34 T-4 T-4MS T-58 T-58WD T-6 T-60S TSR.2 Tu-128

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Geschichte:

Die Flugzeugkonstrukteure in aller Welt kamen zur gleichen Lösung, wie sich die zunehmend wirksameren Luftverteidigungssysteme Anfang der 1960er Jahre überwinden ließen: Kampfflugzeuge mussten sich an den Erdboden schmiegen und das Radar unterfliegen. Die USA schuf unter der Projektbezeichnung TFX einen zweisitzigen Mehrzweckjäger und taktischen Bomber mit veränderlichen Tragflügelgeometrie, die zukünftige General Dynamics F-111. Zur gleichen Zeit wurde in Großbritannien an der BAC (English Electric) TSR.2 gearbeitet. Parallel wurde wurde P.O. Suchoj mit dem Entwurf eines Bombers als Ersatz für die Iljuschin IL-28 und Jakowlew Jak-28 beauftragt.

Die gestellten Anforderungen waren äußerst anspruchsvoll, angefangen von Überschallgeschwindigkeit (auch im Tiefflug) über Tag- und Nachteinsatz bei jedem Wetter bis hin zur Bekämpfung von stehenden und mobilen Zielen sowie der sekundären Fähigkeit zur Luftbildaufklärung. Vorgegeben war auch die Möglichkeit zum Betrieb auf unbefestigten Flugfeldern mit begrenzter Pistenlänge. Diese letztere Forderung führte zur Entwicklung der T-6-1 mit zusätzlichen Hubtriebwerken zur Verkürzung der Startstrecke. Bereits die nächste Entwicklung T-6-2I hatte anstelle der Hubtriebwerke Schwenkflügel und war der endgültige Prototyp der Su-24. Die Su-24 wurde um das erste integrierte Avioniksystem der Sowjetunion herum konstruiert, bestehend aus Bombenvisier, Waffenkontrollrechner und Navigationskomplex im Rechnerverbund. Dieser Typ war das erste sowjetische Kampfflugzeug mit dem revolutionären 0-0 Schleudersitz Zwezda K-36D. Den Truppendienst erreichte die Su-24 im Jahr 1974, die Su-24M im Jahr 1986. Die Su-24 wurden unter anderem nach Algerien, Angola, Libyen, in den Iran, den Irak und nach Syrien exportiert. Insgesamt wurden ca. 1.200 Su-24 produziert. Als Nachfolger ist die Su-34 vorgesehen.

Technische Daten:

Typ : 

zweisitziger Schwenkflügel-Jagdbomber Su-24M "Fencer-D"

Triebwerk : 

zwei Ljulka AL-21F-3 mit je 109,9 kN

Leistung : 

Höchstgeschwindigkeit 1.600 km/h; Dienstgipfelhöhe 17.500 m; max. Reichweite mit Zusatztanks 2.500 km

Gewicht : 

Leermasse 22.320 kg; max. Startmasse 37.900 kg

Abmessungen : 

Spannweite von 17,64 m bis 10,37 m; Länge 24,53 m; Tragflügelfläche ungepfeilt 55,17 m²

Bewaffnung : 

eine sechsläufige Grjazew-Schipunow 23-mm-Kanone GSch-6-23M und bis zu 8.000 kg Zuladung an acht Außenstationen unter dem Rumpf (vier) und den Flügeln (vier, davon zwei bewegliche an den schwenkbaren Tragflügelteilen); Nuklearbomben TN-1000 oder TN-1200; Luft-Boden-Raketen Ch-23, Ch-23M, Ch-28, Ch-25MT/ML, Ch-29L/T oder Ch-59, Antischiffs-Raketen Ch-31A und Antiradar-Raketen Ch-31P und Ch-58U/E; bis zu vier laser- oder fernsehgelenkte KAB-500L/KR, KAB-1500L; bis zu vier Luft-Luft-Raketen R-60 oder R-60M; Behälter mit ungelenkten Raketen, Aufklärungsbehälter, Behälter für die elektronische Kriegsführung, Zusatztanks oder einer Schlauchtrommel für die Luft-Luft-Betankung

Versionen:

Su-24 bis zur Serie 4 "Fencer-A" :

frühe Serienversion mit einem langem Treibstoff-Ablassrohr am Ende der Triebwerke und Verstellrampen an den Lufteinläufen für eine hohe Geschwindigkeit in großer Höhe

Su-24 Serie 4 bis 11 "Fencer-A" :

Probleme mit den Lufteinläufen der ersten Serie wurden durch ihre Vergrößerung ab der Serie 4 gelöst; die Verstellrampen in den Lufteinläufen wurde um Gewicht zu sparen nicht mehr verwendet; zwar wurde dadurch die Höchstgeschwindigkeit von Mach 2,18 auf Mach 1,35 reduziert, die Tiefflugeigenschaften aber nicht

Su-24 Serie 12 bis 15 "Fencer-B" : 

leistungsgesteigertes Kühlsystem, erkennbar an einem Lufthutzen auf dem Rumpf; geänderter Sensorgruppe unter dem Vorderrumpf; verkürztes Treibstoff-Ablassrohr am Ende der Triebwerke; ein dritter Aufhängepunkt unter dem Rumpf

Su-24 Serie 16 bis 24 "Fencer-C" : 

die Form des Hinterrumpfes folgte mehr den Triebwerken; an der Basis der Seitenleitwerks war ein Bremsfallschirm untergebracht; am vorderen Rand Seitenleitwerks wurde ein zusätzlicher Lufteinlauf für das Kühlsystem installiert; ab dem 26. Flugzeug der Serie 21 sind die Lufteinläufe nicht mehr verstellbar, was die Höchstgeschwindigkeit auf 1.35 Mach begrenzte, aber die Leermasse reduzierte

Su-24 Serie 24 bis 27 "Fencer-C" : 

Installation von dreieckigen Radarwarnempfänger an den Lufteinläufen der Triebwerke vor dem Flügelkasten und beiderseits am oberen Ende des Seitenleitwerks

Su-24M "Fencer-D" :  

kampfwertgesteigerte Version der Su-24; einziehbare Luftbetankungssonde, neuer Avionikkomplex für den Einsatz neuer laser- und fernsehgelenkter Waffen, veränderte Bugnase für ein neues Bugradar, Laserbeleuchtungs- und TV-Zielverfolgungssystem vom Typ Kajra-24 im verglasten Gehäuse mittig unter dem Vorderrumpf und Geländefolgeradar gekoppelt mit dem Autopiloten für Tiefflugeinsätze; Erstflug am 24.06.1977

Su-24M "Fencer-D Mod" : 

Möglichkeit eine Schlauchtrommel für die Luft-Luft-Betankung an der mittleren Aufhängung unter dem Rumpf mitzuführen, verbesserte Gegenmaßnahmesysteme

Su-24BM : 

nicht realisierte vergrößerte Version der Su-24M mit einem internen Waffenschacht im Rumpf zwischen den Triebwerken

Su-24MM : 

nicht realisierte Version der Su-24M mit den Triebwerken Ljulka AL-31

Su-24MK "Fencer-D" :  

geänderte Exportversion der Su-24M mit abgespeckter Avionik; Erstflug 1987

Su-24MR  "Fencer-E" :  

Version der Su-24M als taktischer Aufklärer mit intern und extern in Behältern angebrachten Sensoren und Kameras

Su-24MP "Fencer-F" :  

Version der Su-24M für die elektronische Kriegsführung; Erstflug im April 1980

Su-24K : 

nicht realisierte Version der Su-24 für den Einsatz auf Flugzeugträgern, da die Su-24 zu schwer war

Su-24bis : 

Studie einer wesentlich verbesserten Version mit modernster Avionik und Bewaffnung; Modell wurde auf der Berliner ILA 2000 Ausstellung gezeigt

Su-24M GEFEST : 

modernisierte Version der Su-24M mit verbesserter Avionik (unter anderem GPS bzw. das russische Äquivalent GLONASS) und gesteigertem Gefechtswert

Su-24M2 : 

auf der Basis der Su-24M GEFEST modernisierte Version der Su-24M bzw. Su-24MK mit verbesserter Avionik (unter anderem GPS bzw. das russische Äquivalent GLONASS, Head Up Display (HUD) und Helmvisier) und modernerer Bewaffnung, im Fall der Exportvariante auch westliche Bewaffnung

Su-24MK2 : 

Version der Su-24M2 für Algerien

Su-24MRK2 : 

modernisierte Version der Su-24MR für Algerien auf der Basis der Su-24M2

 
letzte Änderung :  24.07.2015