General Dynamics F-111

Verweise: Su-24

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Geschichte:

Zu Beginn der 1960er Jahre bestellte das Pentagon unter der Projektbezeichnung TFX einen zweisitzigen Mehrzweckjäger und taktischen Bomber mit veränderlichen Tragflügelgeometrie, der für die Luftstreitkräfte und die Marine der USA gedacht war. Zu ihrem Jungfernflug am 21.12.1964 war die F-111 das erste betriebsfähige Schwenkflügelflugzeug der Welt. Die großen Erwartungen, die die Militärs der USA in dieses Projekt setzten, erfüllten sich jedoch nicht. Bereits in der Projektierungsphase stellte sich heraus, dass die Startmasse und die geplanten Kosten deutlich überschritten wurden. Während des Einsatzes der F-111 traten wiederholt Schwierigkeiten auf , die zu Abstürzen und Sperrungen führten. Im Vietnam-Krieg bewährte sich die Maschine nicht. Großbritannien trat als Käufer zurück, und insgesamt wurden weit weniger F-111 gebaut als ursprünglich vorgesehen.

Technische Daten:

Typ : 

zweisitziges Mehrzweckkampfflugzeug F-111F {trägergestütztes Jagdflugzeug F-111B}

Triebwerk : 

zwei Pratt & Whitney TF30-P-100 mit je 111,5 kN Schub {zwei Pratt & Whitney TF30-P-1 mit je 82,21 kN Schub}

Leistung : 

Höchstgeschwindigkeit 2.655 km/h oder Mach 2,5 in optimaler Höhe {2.333 km/h in 12.200 m Höhe}; Dienstgipfelhöhe oberhalb 17.985 m {13.690 m}; max. Reichweite mit Interntreibstoff 4.707 km {Einsatzreichweite 1.757 km}

Gewicht : 

Leermasse 21.398 kg {21.065 kg}; max. Startmasse 45.359 kg {39.213 kg}

Abmessungen : 

Spannweite von 9,74 bis 19,20 m {von 10,34 bis 21,34 m}; Länge 22,40 m {20,98 m}

Bewaffnung : 

eine 20-mm-Kanone M61A1 und bis zu 14.288 kg Waffenladung; zwei Nuklearbomben B-43 im internen Waffenschacht; drei Außenlastträger unter den Außenflächen pro Seite, von denen die inneren vier dem Schwenkwinkel angepasst werden {sechs Ultralangstrecken-Luft-Luft-Raketen AIM-54 Phoenix}

Versionen:

F-111A :  

18 Vorserienmaschinen und erste Serienversion eines taktischen Jagdbombers mit den Triebwerken Pratt & Whitney TF30-P-3 mit je 82,3 kN Schub

F-111B :  

trägergestütztes Jagdflugzeug in Zusammenarbeit mit der Firma Grumman; nach sieben gebauten Exemplare Entwicklung und Produktion im Mai 1968 eingestellt; Erstflug am 18.05.1965

F-111C :  

etwas veränderte Version der F-111A für Australien mit zwei Triebwerken Pratt & Whitney TF30-P-3 mit je 82,3 kN Schub und den Flügeln der FB-111A

F-111D :  

ähnlich wie die F-111E aber mit zwei stärkeren Triebwerken Pratt & Whitney TF30-P-9 mit je 87,1 kN Schub und modernisierter Avionik für erweiterten Lenkwaffeneinsatz und Navigation; Erstflug am 15.05.1970

F-111E : 

löste die F-111A in der Serienfertigung ab dem 160. Exemplar ab; modifizierte Lufteinläufe

F-111F :  

führte verbesserte Avioniksysteme, einschließlich einer Kombination von Navigations- und Waffenrechner der F-111D und F-111A, eine verbesserte Flügelstruktur und schubstärkere Triebwerke Pratt & Whitney TF30-P-100 mit je 111,5 kN Schub ein; Erstflug am 13.10.1971

F-111G :  

Bezeichnung der FB-111A nach der Herauslösung aus dem Strategic Air Command (SAC) und Umrüstung zum taktischen Kampfflugzeug mit der Fähigkeit auch konventionelle Waffen einzusetzen

F-111K :  

Version für Großbritannien; ihre Beschaffung wurde von der britischen RAF annulliert

EF-111A "Raven" :  

taktische Spezialversion zur elektronischen Kampfführung, von der Firma Grumman durch Umrüstung der F-111A produziert; später erfolgte der Austausch der Triebwerke Pratt & Whitney TF30-P-3 mit je 82,3 kN Schub gegen stärkere Triebwerke Pratt & Whitney TF30-P-9 mit je 87,1 kN Schub

FB-111A :  

strategische Bomberversion für den Nukleareinsatz mit größerer Spannweite, verstärktem Fahrwerk, erweitertem Tankvolumen und den Triebwerken Pratt & Whitney TF30-P-7 mit je 88,9 kN Schub mit einer Waffenlast von 14.300 kg; Erstflug am 30.07.1967

FB-111B :  

vorgeschlagene Version aus dem Umbau von FB-111A mit den Triebwerken General Electric F101 und gestrecktem Rumpf; als zu teuer verworfen

FB-111H :  

vorgeschlagene Version eines bemannten Eindringbombers auf der Basis der FB-111A mit den stärkeren Triebwerken General Electric F101-GE-100 mit je 129,04 kN Schub, einen um 2,64 m gestreckten Rumpf, fortschrittlicher Avionik und erweitertem Waffenpotential (fünf statt zwei Nuklearbomben); wurde nie gebaut

RF-111A :  

Umrüstung eines F-111A-Prototyps zum Aufklärer mit austauschbarer Sensorenpalette; keine Serienfertigung; Erstflug am17.12.1967

RF-111C :  

vier modifizierten F-111C als Aufklärungsversion; Erstflug am 17.04.1979

RF-111D :  

Bezeichnung einer hoch entwickelten Aufklärungsversion, die wegen fehlender Haushaltsmittel nicht zum Zuge kam

YF-111A : 

neue Bezeichnung zweier F-111K, die fast fertig gestellt waren, als die britische RAF ihre Beschaffung annullierte; dienten zu Testzwecken bei der US-Air Force

TACT :  

Testversion der NASA auf der Basis einer F-111A zur Erprobung eines transsonischen Flügelprofils (Transsonic Aircraft Technology)

AFTI/F-111MAW :  

Testversion (Advanced Fighter Technology Integration) auf der Basis einer F-111A zur Erprobung eines Wölbflügels (Mission Adaptive Wing). Statt der üblichen verstellbaren Vorflügel, Querruder, Flügelklappen und Störklappen sind die Tragflügel mit elastischen Vorder- und Hinterkanten aus glasfaserverstärktem Kunststoff bestückt, die über Stellgeräte und Stellgelenke verformt werden können

 
letzte Änderung :  24.07.2015