Mil Mi-24

Verweise: IL-42 IL-102 Mi-8 Mi-25 Mi-28 Mi-35 Su-25 T-8

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Geschichte:

In der zweiten Hälfte der 1960er Jahre begann im Konstruktionsbüro Mil die Entwicklung eines Kampfhubschraubers, der späteren Mi-24. Der Prototyp W-24 flog im September (15. oder 19.) 1969 zum ersten mal. Eine kleine Vorserie von Mi-24 folgte und wurden von Juni 1970 bis Dezember 1971 erprobt. Die Serienproduktion startete 1972 und 1974 begann der Truppendienst der ersten Serienversion Mi-24A. Ab 1975 wurde mit der Rekordversion A-10 mehrere internationale Rekorde aufgestellt. Die Mi-24D (ab 1976) weist stufenförmig angebrachte Kabinen für beide Besatzungsmitglieder auf. Als Mi-24P (ab 1985) hat der Hubschrauber statt des Kanonenkinnturms mit einer vierläufige 12,7-mm-Kanone an der rechten Seite eine zweiläufige 30-mm-Kanone. Es wurden mehr als 2.300 Exemplare aller Versionen gebaut und in mehr als 25 Staaten exportiert. Die Mi-25 und Mi-35 sind Exportversionen.

Technische Daten:

Typ : 

2+8 sitziger (Pilot, Bordschütze und acht Soldaten) Schlacht- und Transporthubschrauber Mi-24D "Hind-D"

Triebwerk : 

zwei Wellenturbinen Isotow TW3-117WM mit je 1.619 kW Leistung

Leistung : 

Dauergeschwindigkeit 272 km/h; Höchstgeschwindigkeit 335 km/h; Dienstgipfelhöhe 4.500 m; Reichweite 500 km

Gewicht : 

Leergewicht 8.200 kg; max. Startmasse 12.000 kg

Abmessungen : 

Hauptrotordurchmesser 17,30 m; Länge 19,79 m; Hauptrotorkreisfläche 235,06 m²

Bewaffnung : 

eine vierläufige Jakuschew-Borzow JakB-12,7-mm-Kanone in einem beweglichen Kanonenkinnturm; bis zu 2.400 kg an den Außenlastträgern: vier Raketenbehälter UB-32 für 32 ungelenkte 57-mm-Luft-Boden-Raketen S-5 oder bis zu 1.500 kg Bomben oder Minen, Panzerabwehrraketensystem "Falanga-PW" (vier Raketen 9M17P)

Versionen:

W-24 :  

Prototyp der Mi-24 mit zwei Wellenturbinen Isotow TW3-117A

Mi-24 (Erzeugnis 240) "Hind-B" : 

Vorserienversion; eine Maschine zur Rekordversion A-10 umgerüstet

Mi-24A (Erzeugnis 245) "Hind-A" :  

erste Serienversion mit zwei Wellenturbinen Isotow TW3-117WM; durchgehende Kabine

A-10 "Hind-B" :  

Rekordversion der Mi-24A ohne Ausrüstung und mit verringerter Startmasse

Mi-24U (Erzeugnis 244) "Hind-C" :  

Trainerversion der Mi-24A; ohne Kanonenbewaffnung

Mi-24F "Hind-A"  :  

geänderter Heckrotor und andere kleine konstruktive Veränderungen

Mi-24B (Erzeugnis 241) "Hind-A" :  

kampfwertgesteigerte Version der Mi-24A; zugunsten der Mi-24D aufgegeben

Mi-24D (Erzeugnis 246) "Hind-D" :  

erste Version als Schlachthubschrauber; Zwischenversion  mit dem Waffensystem der Mi-24B und dem Design der geplanten Mi-24W; stufenförmige Kabine

Mi-24DU (Erzeugnis 249)  "Hind-D" :  

Trainerversion der Mi-24D; ohne Kanonenkinnturm

Mi-24PTRK :  

Testversion der Mi-24D für das Panzerabwehrraketensystem "Sturm-W" (bis zu acht Raketen 9M114) der Mi-24W

Mi-24W (Erzeugnis 242) "Hind-E" :  

Version mit dem Panzerabwehrraketensystem "Sturm-W" (bis zu acht Raketen 9M114) und zur Selbstverteidigung Luft-Luft-Raketen R-60

Mi-24TETsch-24 :  

eine 1981 umgebaute Mi-24W als fliegende Reparaturwerkstatt oder zum Abtransport von defekten Mi-24 unter Feldbedingungen, ähnlich der Mil Mi-8TETSch-24; ging nicht in Produktion

Mi-24WD :  

Testversion von 1985 mit nach hinten gerichteter Abwehrbewaffnung auf Grund der Erfahrungen in Afghanistan; Projekt 1986 aufgegeben

Mi-24WU :  

zum Trainer umgerüstete Mi-24W; ohne Kanonenkinnturm; Bezeichnung Mi-24WU, wie auch Mi-25WU und Mi-35U inoffiziell 

Mi-24WP (Erzeugnis 258) :  

letzte Produktionsversion auf der Basis der Mi-24W mit einer zweiläufigen Grjazew-Schipunow 23-mm-Kanone GSch-23L; nur 25 Exemplare gebaut

Mi-24P (Erzeugnis 243) "Hind-F" :  

Entwicklung ab 1974; Kanonenkinnturm ersetzt durch Sensorbehälter; fest eingebaute zweiläufige Grjazew-Schipunow 30-mm-Kanone GSch-30K an der rechten Seite

Mi-24G :  

Version der Mi-24P mit einer anderer Anordnung der fest eingebauten zweiläufigen Grjazew-Schipunow 30-mm-Kanone GSch-30K

Mi-24RChR  (Erzeugnis 2462) "Hind-G1" :  

Version der Mi-24D als ABC - Aufklärungshubschrauber, zuerst beobachtet beim Unfall im Kernkraftwerk Tschernobyl 1986; ausgestattet mit Klauen an den Flächenenden; auch als Mi-24R bezeichnet

Mi-24RA (Erzeugnis 2462) "Hind-G1 mod." : 

Modifikation der Mi-24D als Aufklärungsversion mit Kameras

Mi-24K (Erzeugnis 201) "Hind-G2" :  

Version als Artillerieaufklärer mit großer Kamera im Bug

Mi-24BMT :  

einige geänderte Mi-24A für die Minenräumung

Mi-24WM "Hind-E" :  

Nachtangriffsversion der Mi-24W, ursprünglich  mit Sensoren der französischen Firmen Sextant Avionique bzw. Thomson-TTD Optronique und einem Titan-Rotorkopf, später mit dem russischen Sensorsystem GOES 342 (FLIR, TV, Laser) und herkömmlichen Rotorkopf

Mi-24WN :  

Zwischenversion als Nachtangriffsversion; Umbau der Mi-24W zum Standard der Mi-24WM

Mi-24PM "Hind-E" : 

Modernisierungsvariante der Mi-24P als Allwetterversion und dem russischen Sensorsystem GOES 342 (FLIR, TV, Laser) und höherer Bewaffnungsmöglichkeit

Mi-24PN :  

Modernisierungsvariante der Mi-24P als Allwetterversion und dem russischen Sensorsystem ZAREWO, dem Rotorsystem der Mil Mi-28, ein festes Fahrwerk und modifizierte Tragflächen; Prototyp als Mi-24M bezeichnet

Mi-24PS :  

Version als Rettungs- und Polizeihubschrauber

Mi-24E : 

Version für die Umweltüberwachung

Mi-24WK : 

Version der Mi-24W mit verbesserter Avionik

Mi-24WK-1 : 

modernisierte Version der Mi-24W mit dem russischen Sensorsystem GOES 321 mit FLIR und Laserentfernungsmesser, aber ohne die Möglichkeit zum Einsatz von gelenkten Panzerabwehrraketen

Mi-24PK-2 : 

modernisierte Version der Mi-24P mit Nachtsichtmöglichkeiten

Mi-24WK-2 : 

modernisierte Version der Mi-24W mit Nachtsichtmöglichkeiten

Mi-24PL :

geplante Modernisierungsvariante polnischer (PL) Mi-24D und Mi-24W mit modernen Panzerabwehrraketen an Stelle der russischen Panzerabwehrraketensysteme " Falanga-PW" (Rakete 9M17P) bzw. "Sturm-W" (Rakete 9M114), wahrscheinlich  die deutsch-französische HOT 3, und anderer Bordkanone

Mi-24W CSAR :

geplante polnische Umrüstung von  Mi-24W für bewaffnete Such- und Rettungseinsätzen (Combat Search and Rescue) mit Rettungswinde, Wetterradar, zusätzliche Kommunikations- und Navigationsausrüstung, Selbstschutz-Technik und medizinischer Ausstattung

ATE "Super Hind" :

Modernisierungsvariante der Firma  Advanced Technologies and Engineering (Südafrika) mit verbesserter Avionik und Bewaffnung; möglicher Kunde ist Algerien

ATL Mi-24 "Sova-Attack" :

Modernisierungsvariante der Firmen ATE, Thales und Terem; möglicher Kunde ist Bulgarien

Tamam Mi-24 HMOSP :

Modernisierungsvariante der Firma Israel Aircraft Industries (Abteilung Tamam) mit völlig überarbeiteter Avionik (unter anderem Wärmebild- und TV-Sensoren, Nachtsichtbrillen, einfaches Helmdisplay, LCD-Displays und GPS-System), die ein erweitertes Waffenspektrum ermöglicht; möglicher Kunde ist Indien; auch als "Mission 24" bezeichnet

BEA Systems :

2004 in Farnborough gezeigtes Projekt mit dem Sichtsystem Titan 385 und Sky-Guardian-Radarwarnempfänger

SAGEM :

Modernisierungsvariante der Mi-24P der französischen Firmen SAGEM; möglicher Kunde ist Usbekistan

Mi-24PU1 :

Modernisierungsvariante ukrainischer Mi-24P, unter anderem mit Laserzielsucher für die Kanonen

 

 

 
letzte Änderung :  22.04.2016