bis 1936

1936 bis 1949

1949 bis 1953

1953 bis 1975

OKB "P.O. Suchoj" ab 1975

Pawel Ossipowitsch Suchoj 

( Павел Осипович Сухой )

(10.07.1895 - 15.09.1975)


bis 1936

Pawel Ossipowitsch Suchoj wurde am 10.07.1895 (julianischer Kalender; nach gregorianischen Kalender am 22.07.1895) im Dorf Glubokoje nahe der Stadt Witebsk in Weißrussland geboren. Einige Zeit später zog seine Familie in die Stadt Gomel und dort besuchte P.O. Suchoj das Gymnasium. Nach dem Abschluss 1914 begann P.O. Suchoj ein Studium an der physikalisch-mathematischen Fakultät der Moskauer Universität. Bei der ersten Möglichkeit wechselte er an die Moskauer Kaiserlichen Höheren Technische Lehranstalt und besuchte die berühmten Vorlesungen von N.E. Schukowski über die Aeromechanik und leitete die studentische Interessenvertretung. 1916 wurde P.O. Suchoj in die Armee einberufen und diente dort bis 1918. Von 1918 bis 1920 unterrichtete P.O. Suchoj Mathematik an der Eisenbahnschule. Danach setzte er sein Studium an der Moskauer Höheren Technische Lehranstalt fort. 1924 wurde er Mitarbeiter des Zentralen Aero- und Hydrodynamischen Instituts (ZAGI), wo er in das Konstruktionsbüro für land- und seegestützte Flugzeuge und Versuchsflugzeugbau (AGOS) eintrat und bald darauf dessen Leiter, A.N. Tupolew auffiel. Bereits 1926/27 leitete er die Entwicklungsarbeiten für das Jagdflugzeug I-4 (ANT-5). Nach einem im Jahre 1930 begonnenen anderthalbjährigen Auslandsaufenthalt in Deutschland und Italien entwickelte er unter A.N. Tupolews Leitung das Jagdflugzeug I-14 (ANT-31). Sie besaß erstmals im sowjetischen Flugzeugbau eine glatte Oberfläche, ein einziehbares Fahrwerk und abbremsbare Fahrwerksräder. 1934 wurden P.O. Suchoj die Arbeit am Rekordflugzeug ANT-25 übertragen. Auf der Basis der ANT-25 entstand die militärische Version DB-1 (ANT-36). Aus der ANT-25 entwickelte er die spätere Rekordversion ANT-25/2 mit dem Triebwerk Mikulin AM-34R. Danach wurde ihm der Bau des Flugzeugs DB-2 (ANT-37), eines Fernbombers, übertragen. Daraus wurde später das Rekordflugzeug ANT-37bis "Rodina" abgeleitet.

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1936 bis 1949

Auf Grund der bis dahin gezeigten Leistungen nahm er an einem Konstruktionswettbewerb für ein neues Aufklärungs- und Frontbombenflugzeug das die Codebezeichnung "Iwanow" tragen sollte teil. Dafür reichte er den Entwurf ANT-51 ein. Im Juli 1936 wurde das Werk, dem P.O. Suchoj zugeordnet war, aus dem ZAGI herausgelöst und er wurde selbst Leiter eines Konstruktionsbüros. Im August absolvierte sein "Iwanow" den Erstflug. Nach Abschluss  der staatlichen Erprobung im Frühjahr 1939 ging das Flugzeug als BB-1 (später Su-2) in die Serienproduktion. Die Erdkampfversion erhielt die Bezeichnung SchB . Es folgte ab 1942 als verbesserte Version in kleiner Serie die Su-4. Innerhalb der Regierungsausschreibung zur Modernisierung des sowjetischen Jagdflugzeugparks 1939 schuf P.O. Suchoj den Prototyp eines einsitzigen Höhenjägers, die Su-1 (I-330), der erstmals im Oktober 1940 flog. Die Unzuverlässigkeit der Turbolader des verwendeten Triebwerks setzte der Entwicklung jedoch ein Ende. 1943 flog kurzzeitig die Su-3 (I-360), ein Su-1-Abkömmling mit reduzierter Spannweite aber gleichem Triebwerk. Da die Probleme mit den Turboladern nicht gelöst war, wurde auch diese Entwicklung eingestellt. Parallel zum Jagdflugzeugbau arbeitete P.O. Suchoj an  einem Schlachtflugzeug, der Su-6(SA) . Da die Erprobung 1941 abgebrochen wurde und die Erfahrung der ersten Kriegsjahre die Notwendigkeit von zweisitzigen Schlachtflugzeugen begründeten wurde 1943 die zweisitzige Version Su-6(S2A) erprobt. Die Maschine ging wegen der Verfügbarkeit der Iljuschin IL-10 nicht in Serie. Im Jahr 1944 flog der erste von zwei Prototypen Su-8 (DDBSch), das größte jemals gebaute Sturzkampfflugzeug. Eine Serienbau erwies sich infolge der veränderten Kriegslage als nicht mehr erforderlich. Auf der Basis der Su-6(SA) entstand der experimentelle Höhenjäger Su-7 mit einem Raketentriebwerk RD-1ChZ. Diese Entwicklung gab man jedoch nach zahlreichen Versuchen 1945 auf. Als Alternative zu dem in der Su-7 verwendeten Raketentriebwerk RD-1ChZ wurde im Zentralinstitut für Flugmotoren (ZIAM) ein Kompressorturbinentriebwerk (auch als Cholschtschewnikow-Beschleuniger bezeichnet) entwickelt. Um seine Funktion und seine Verwendungsmöglichkeiten zu erproben, sollte ein spezielles Versuchsflugzeug gebaut werden. Neben der Mikojan-Gurewitsch I-250(N) entstand die Su-5 (I-107). Die Werkserprobung dauerte von April bis Juni 1945. Nach Beschädigung des Triebwerks wurden die Entwicklungsarbeiten im Juli 1945 abgebrochen, weil sich zu dieser Zeit bereits die größeren Perspektiven des Strahlantriebes abzeichneten. 1944 entwickelte P.O. Suchoj auf der Grundlage des Bombenflugzeugs Jermolajew Jer-2 ein zivile Version, die Jer-2ON. Nach dem Tod von W.G. Jermolajew wurden 1945 die Mitarbeiter in das OKB Suchoj übernommen. Im Jahre 1946 wurde auf der Basis der Tupolew Tu-2 das Schul- und Übungsbombenflugzeug UTB-2 entwickelt. Sie stand bald nach ihrer Schaffung für die Anfangsausbildung sowie den Bombereinheiten als Trainer zur Verfügung. 1945 beteiligte sich P.O. Suchoj an der Ausschreibung für ein Jagdflugzeug mit Turbinen-Luftstrahltriebwerken unter Verwendung von Beutetriebwerke aus dem faschistischen Deutschland, da die Entwicklung und Produktion sowjetischer Triebwerke erst anlief. P.O. Suchoj erster Strahljäger Su-9 (K) ähnelte in der Auslegung der Messerschmitt Me 262, hatte aber ungepfeilte Tragflächen und andere Triebwerke. Sie ging nicht in Serie, weil angeblich keine Produktionskapazität verfügbar war. Im Oktober 1947 flog die verbesserte Ausführung Su-11 (LK). Die Unzuverlässigkeit der verwendeten Triebwerke führte jedoch 1948 zu Abbruch der Entwicklung. Das nächste Flugzeug dieses Konstruktionsbüros war die Su-13 (TK). Sie war größer als die Su-11 (LK)  aber künftigen Aufgaben nicht  gewachsen und blieb unvollendet. Die Existenz von Jagdflugzeugen mit schallnahen Geschwindigkeiten warf die Frage auf, ob nicht Frontbombenflugzeuge mit ähnlicher Geschwindigkeit erforderlich werden.1947 erhielt P.O. Suchoj die Aufgabe, ein solches Flugzeug zu bauen. Das Ergebnis war die Su-10 (E). Die Verwirklichung dieses Projektes wurde zugunsten der sehr erfolgreichen Iljuschin IL-28 aufgegeben. Die Erfahrungen im 2.Weltkrieg zeigte der sowjetischen  Seite das Fehlen eines Fernaufklärungsflugzeuge. Nach rund einjähriger Entwicklungsarbeit flog im Jahre 1947 der erste Prototyp der Su-12 (RK), deren Auslegung an die der Focke-Wulf Fw 189 erinnerte. Sie ging nicht in Serienproduktion, da diese Auslegung  inzwischen als überholt galt. Es folgten Arbeiten an einem Allwetter-Abfangflugzeuges mit Bordfunkmessstation. Neben anderen Konstruktionsbüros entwickelte P.O. Suchoj die Su-15 (P), die erstmals im Januar 1949 flog. Bei Annäherung  an die Schallgeschwindigkeit wurden bei einem Flug die Vibrationen so stark, dass sich der Pilot katapultieren musste. Nach diesem Vorfall wurde die Su-15 (P) aufgegeben. Das nächste Projekt erhielt die Bezeichnung Su-17 (R) und war ein qualitativ völlig neues Abfangjagdflugzeug für den Überschallbereich. Es sollten 3 Prototypen gebaut werden, von dem ein Exemplar fertig gestellt wurde. Die Auflösung des Konstruktionsbüros von P.O. Suchoj am 27.11.1949 verhinderte zu diesem Zeitpunkt eine weitere Entwicklung.

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1949 bis 1953

Am 27.11.1949 wurde das Konstruktionsbüro P.O. Suchoj im Zuge einer Reorganisation in der sowjetischen Luftfahrtindustrie aufgelöst und dem Konstruktionsbüro A.N. Tupolews eingegliedert. Dort leitete er unter anderem die Erprobung der Tu-14. Nach dem Tod von I.W. Stalin am 05.03.1953 ersuchte P.O. Suchoj um die Genehmigung zur Wiedereröffnung, die auch schnell am 20.05.1953 gewährt wurde.

Einige Flugzeuge des OKB Suchoj  nach 1953 (Su-7, Su-9, Su-11, Su-15, Su-17) erhielten die gleiche Bezeichnung wie vor 1949 geschaffene Typen (Su-7, Su-9 (K), Su-11 (LK), Su-15 (P), Su-17 (R)). Fast alle Prototypen nach 1953 erhielten die Kennzeichnung  S- (strelowostnij = gepfeilt) oder T- (treugolnij = dreieckig) je nach Tragflächenform (Pfeilflügler oder  Dreieck- bzw. Deltaflügler).

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1953 bis 1975

Nach der Wiedereröffnung des OKB Suchoj im Jahre 1953 schuf man bereits bis zum Jahresende die S-1 auf der Grundlage des Überschallentwurfs Su-17 (R). Die S-1 war der Mikojan-Gurewitsch I-1 sehr ähnlich. Die fortdauernde Entwicklung führte zum S-2-Prototypen, dessen Höhenruder als Pendelruder ausgelegt waren. Die S-2 war die Grundlage einer nur kleinen Serie von Su-7, da sich die sowjetischen Streitkräfte mit der Mikojan-Gurewitsch MiG-21 für einen anderen Standardjäger entschieden hatten. Die S-2 wurde zum Vorserienflugzeug S-22 weiterentwickelt. Sie ging als Jagdbomber Su-7B (Fitter-A) in Produktion. Eine weitere Entwicklung, die T-3, war in seinen taktisch-technischen Daten der S-1 ähnlich, hatte aber Dreiecksflügel. Der Erstflug fand 1956 statt, und im selben Jahr wurde der Typ auf der Flugschau von Moskau-Tuschino gezeigt. Die T-3 war ein leichtes Abfangjagdflugzeug mit Funkmessstation im Bug und Luft-Luft-Raketen bewaffnet. Die T-3 wurde zum Ausgang für zahlreiche Versuchsflugzeuge mit Dreiecksflügeln. An den Versuchsflugzeugen erprobte man neue Konstruktionselemente von Flugzeugzellen, neuen Triebwerken, Bordausrüstungen und Flugzeugbewaffnungen.  In dieser Serie erschien als zweite Maschine die PT-7 (asymmetrischer Lufteinlauf, Querschnitt regelbar), später die PT-8 (Lufteinlauf mit zentralem verschiebbarem Diffusor).  Diese Konfiguration bereitete allerdings in großer Höhe  und bei hohen Geschwindigkeiten zahlreiche Schwierigkeiten. Schon bei der nächsten Maschine T-49 waren die Luftansaugschächte beiderseits des Rumpfes angeordnet, und die Bordfunkmessstation lag nun im Bugteil. Versuchsflugzeuge dieser Serie waren auch die T-37 und die T-5, bei der im Heckteil zwei Triebwerke nebeneinander lagen. Die Erprobung neuer seitlicher Luftansaugschächte führte 1957 zum zweisitzigen Abfangjagdflugzeug P-1. Im Bug waren 50 ungelenkte Raketen untergebracht, die im Flug mit Klappen abgedeckt waren. Das Flugzeug hatte gute Flugeigenschaften und -leistungen. Aber Schwierigkeiten mit dem Triebwerk führten zur Einstellung der Flugerprobung. Auf der Grundlage der Versuchsreihe T-3 entstand 1957 die T-40, der Prototyp des einsitzigen Allwetterjägers Su-9 (T-43, Fishpot-B). Die Rekordflugzeuge T-405 und T-431 sind Versionen dieses Flugzeuges. Die Entwicklung setzte sich fort mit der T-47, die am Tuschino-Flugtag von 1961 vorgeführt wurde. Sie war der Prototyp der gegenüber der Su-9 verbesserten Su-11 (Fishpot-C). Nach umfassenden Tests mit der T-49 und unvollendeten Erprobung der P-1 begann P.O. Suchoj 1961 mit dem Entwurf des Abfangflugzeugs Su-15 (T-58, Flagon). Auf der Grundlage der T-58 wurde ein Experimentalflugzeug T-58WD, das zusätzlich mit Hubtriebwerken zur Verkürzung der Anrollstrecke ausgerüstet war, gebaut und auf der Flugschau am 09.07.1967 in Moskau-Domodedowo gezeigt. 1969 flog die deutlich verbesserte Version Su-15TM und ging in Serie. Ebenfalls auf der Flugschau 1967 in Moskau-Domodedowo  wurde die S-22I (Su-7IG, Fitter-B) als Experimentalausführung für ein Mehrzweckflugzeug mit veränderlichen Tragflügelgeometrie vorgestellt. Sie war der Prototyp der Su-17 (S-32, Fitter-C). Spätere Exportversionen waren ab 1972 die Su-20 (S-32MK, Fitter-C) und ab 1975 die Su-22 (S-42MK, Fitter-D). Bereits 1963 begann der Entwurf eines experimentellen Mach-3 Bombers T-4 (Modell 100, Sotka). Zum ersten mal in der sowjetischen Luftfahrt wurde eine Kombination von Titan und Stahl verwendet . Die T-4 wurde mit einem elektronischen Kontrollsystem ausgerüstet und war damit das erste Flugzeug der Welt, das von Anfang an als Fly-by-wire-Maschine entworfen wurde. Nur Projekte blieben die weiterführenden Entwürfe T-4M (Modell 100I) und T-4MS (Modell 200).1974 wurden alle Arbeiten an der T-4 zu Gunsten der konkurrierenden Tupolew Tu-22M (Backfire) gestoppt. Im gleichem Jahr schlug das OKB Suchoj zusammen mit dem ZKB Alexejew das Projekt eines wieder verwendbaren Raumtransporters unter der Bezeichnung Albatros vor. Das Projekt Albatros wurde aber nie realisiert. In den 1960er Jahren wurde P.O. Suchoj mit der Konstruktion eines Nachfolgebombers für die Iljuschin IL-28 und der Jakowlew Jak-28 beauftragt der im Tiefflug operieren kann. Vorgegeben war auch die Möglichkeit zum Betrieb auf unbefestigten Flugfeldern mit begrenzter Pistenlänge. Auf der Basis der S-6 entstanden die beiden Prototypen T-6-1 (1967) mit zusätzlichen Hubtriebwerken und die T-6-2I (1970) mit Schwenkflügel. Die T-6-2I war dann der Prototyp der in Serie gehenden Su-24 (Fencer). Sie war das sowjetische Gegenstück zur amerikanischen General Dynamics F-111. Im Jahr 1975 flog erstmalig der Prototyp des neuen Schlachtflugzeugs Su-25 (Frogfoot), die T-8. Sie hatte sich gegen den Entwurf der Iljuschin IL-42 bzw. Iljuschin IL-102 durchgesetzt.  Am Ende der 1960er Jahre entstanden die Entwürfe eines Jagdflugzeugs der 4.Generation mit der Chiffre T-10 (Su-27, Flanker). Dies waren die letzten Projekte an denen P.O. Suchoj direkt beteiligt war.

P.O. Suchoj starb am 15.09.1975. Er leistete einen großen Anteil zum Flugzeugbau in der Sowjetunion. Einige seiner damaligen Konstruktionen fliegen noch heute in den Luftstreitkräften der Welt. Mit dem damals begonnenen Entwurf T-10 legte er den Grundstein für ein der besten heutigen Kampfflugzeuge, der Su-27 Familie.

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OKB "P.O. Suchoj" ab 1975

Im Juni 1979 flog dann die T-8-3, die Serienversion der Su-25. Daraus wurde die Trainingsvariante Su-28 und die verbesserte Su-39 entwickelt. 1982 bildete sich eine Konstruktionsgruppe für Sportflugzeuge, zu der sich vor allem junge Ingenieure des OKB zusammengeschlossen hatten. Nach den Forderungen der sowjetischen Kunstflugauswahlmannschaft schufen sie die Su-26. Weiterentwicklungen waren die Su-29 und die Su-31. 1969 begannen die Entwicklungsarbeiten an einem völlig neuen Entwurf, der Su-27. Im Mai 1977 flog der Prototyp T-10 (Flanker-A), damals noch ohne Integralflügel. Es gab jedoch zahlreiche Probleme wie exzessiven Luftwiderstand, unzureichende Festigkeit der Zelle, Flattererscheinungen und Übergewicht, so dass ein kompletter Neuentwurf, die T-10S (Flanker-B), unumgänglich war. Sie ging als Su-27 in Serie. Es gab eine Vielzahl experimenteller Versionen der Su-27, darunter die Rekordversion P-42. 1989 wurden Schiffslandungen mit dem Prototyp T-10K-2 unternommen. Danach ist die einsitzige Trägerversion Su-27K/Su-33 und die zweisitzige Su-27KUB mit nebeneinander liegenden Sitzen gebaut worden. Hintereinander sitzt die Besatzung des Langstreckenabfangjägers Su-27PU/Su-30. Die Versionen Su-27KUB, Su-30 bzw. Su-33 bilden die Basis für den taktischen Bomber Su-34 und den Luftüberlegenheitsjäger Su-35. Die Weiterentwicklung der Su-35 mit Schubvektorsteuerung ist die Su-37. Im Jahre 1983 bekam neben dem OKB Tupolew auch das OKB Suchoj eine Regierungsanfrage zur Ablösung des strategischen Mittelstreckenbombers Tupolew Tu-22M-3. Das OKB Suchoj arbeitete bereits seit 1981 an dem Projekt T-60S welches nicht nur die Tupolew Tu-22M-3 sonder auch die Tupolew Tu-16 und die Su-24 ersetzen sollte. Mitte der 1990er Jahre wurde das Projekt auf Grund von Geldmangel eingefroren, die Fortführung der Entwicklung wäre aber jeder Zeit wieder möglich. Als Ablösung der Su-24 ist jetzt die Su-34 vorgesehen. Die Tupolew Tu-22M-3 soll auf Tu-22M-5 Niveau angehoben werden. Ende der 1980er Jahre begann die Entwicklung eines neuen Kampfflugzeugs der 5.Generation mit negativ gepfeiltem Flügel, die S-37 (Berkut). Nach weiteren Modifikationen wurde 2001 die S-37 in Su-47 umbenannt, was die Verwechslung mit der Bezeichnung der Su-37 endlich beendete. 1989 wurde das Projekt eines Bodeneffekt-Flugzeugs unter der Bezeichnung S-90 geschaffen. In den 1990er Jahren entstanden mehrere Projekte sowohl militärischer als auch ziviler Bestimmung. Als Nachfolger der Aero L-29 bzw. L-39 für die Fortgeschrittenen-Ausbildung entstand ab 1990 das Projekt S-54, unterlag aber 1992 dem Entwurf der Mikojan-Gurewitsch MiG-AT und der Jakowlew Jak-130, dem späteren Sieger. Auf dem Aérosalon 1997 in Paris Le Bourget wurde das Projekt eines leichten Multirole-Jägers S-55/56 auf der Basis des Kampftrainer-Projekts S-54 vorgestellt. Die Projekte S-21 (Überschall-Geschäftsreiseflugzeug), S-51 (Überschall- Passagierjet), S-84 (leichtes Mehrzweckflugzeug), S-86 (Kleintransporter mit negativ gepfeiltem Flügel) und KR-860 (Großraumflugzeug) sind der Versuch im zivilen Markt Fuß zu fassen. Eine weitere Entwicklung ist die Su-80, ein leichter Mehrzwecktransporter. Die Passagiervariante Su-80GP existiert als Prototyp und absolvierte den Erstflug im September 2001. Ebenfalls im Jahr 2001 hatte das leichte Agrarflugzeug Su-38L mit tschechischen Motor seinen Erstflug. Die im Jahr 2000 gegründete Zivilflugzeugabteilung arbeitet momentan an der Entwicklung einer Familie von russischen Regionaljets (Superjet 100), und zwar in Zusammenarbeit mit dem OKB Iljuschin, OKB Jakowlew, der Firma Boeing und Alenia. Ebenfalls in Jahr 2000 begannen die Arbeiten an einem Anfänger-Trainingsflugzeug für die Luftstreitkräfte, der Su-49. Im Oktober 2001 entschied sich die russische Luftwaffe für dieses Anfänger-Trainingsflugzeug. 2001 wurde bekannt, dass an einem zivilen Projekt für ein unbemanntes Flugzeug unter der Bezeichnung S-62 gearbeitet wird. Im April 2002 wurde dem OKB Suchoj die System-Führerschaft für die Entwicklung eines neuen Kampfflugzeugs der 5.Generation übertragen. Die interne Bezeichnung lautet T-50. An diesem Programm sind auch die OKB's Mikojan-Gurewitsch und Jakowlew beteiligt. 2003 wurde der Entwurf einer Reihe unbemannter Flugzeuge unter der Bezeichnung Zond bekannt, die unter anderem Aufklärungszwecken und der Luftraumüberwachung dienen sollen. Im Gegensatz zur S-62 ist der Entwurf Zond auch für militärische Zwecke vorgesehen.

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Ein Teil dieser Darstellung beruht auf dem Artikel "Die Flugzeuge des Pawel  Suchoj" von Nikolai K. Subbotin und Peter Stache im Flieger-Kalender der DDR 1986 S.50- 65

 
letzte Änderung :  24.07.2015