Jakowlew Jak-38

Verweise: Jak-36 Jak-39 Jak-141 K-36 Sea Harrier Su-33

Galerie

Geschichte:

Die Entwicklung eines V/STOL-Kampfflugzeug für die neue Kiew-Klasse der sowjetischen Flugzeugträger begann Anfang der 1960er Jahre und mündete in dem experimentellen Senkrechtstarter Jak-36. Die direkte Weiterentwicklung der Jak-36 führte zu der äußerlich wesentlich veränderten Jak-38 (Jak-36M). Der erste Prototyp Jak-36M 01 führte den ersten freien Schwebeflug am 22.09.1970 durch. Den ersten Missionsflug (senkrechter Start, waagerechter Flug, senkrechte Landung) machte der zweite Prototyp Jak-36M 02 am 25.02.1972. Ende 1974 begann dann der Serienbau der Jak-36M. Am 11.08.1977 wurde die Jak-36M offiziell als Jak-38 in Dienst gestellt. Die einzigartigen Betriebs- und Steuereigenschaften der Jak-38 zwangen zur Konstruktion eines zweisitzigen Trainers, die Jak-38U. Um die Sicherheit der Piloten weiter zu erhöhen wurde die Jak-38 mit dem automatisierten Schleudersitz Zwezda K-36WM ausgerüstet, der vom Piloten oder von einer Automatik (die anormale Flugzustände erkennt) ausgelöst werden kann. Dieses System hat mehrfach seine Wirksamkeit bewiesen und Piloten das Leben gerettet. Die Jak-38U hatte ihren Erstflug am 23.03.1973 und den ersten Missionsflug am 30.03.1974. Im Jahr 1981 begann dann die Entwicklung der modernisierten Version Jak-38M mit stärkerem Haupttriebwerk und der Möglichkeit Zusatztanks mitzuführen. Die Jak-38M führte den ersten freien Schwebeflug am 30.11.1982 und den ersten Missionsflug am 10.02.1983 durch. Insgesamt wurden 231 Jak-38 aller Versionen produziert (143 Jak-38, 50 Jak-38M, 38 Jak-38U).

Technische Daten:

einsitziges bordgestütztes V/STOL-Mehrzweckkampfflugzeug Jak-38 {einsitziges bordgestütztes V/STOL-Mehrzweckkampfflugzeug Jak-38M} [zweisitzige bordgestütztes V/STOL-Trainerversion Jak-38U]

Triebwerk : 

ein Strahltriebwerk (mit zwei Schwenkdüsen) Tumanski R-27W-300 mit 66,7 kN Schub und zwei Hubtriebwerken Kolesow RD-36-35WFR mit je 29,9 kN Schub {ein Strahltriebwerk (mit zwei Schwenkdüsen) Tumanski R-28W-300 mit 69,9 kN Schub und zwei Hubtriebwerken Kolesow RD-38 mit je 31,9 kN Schub} [ein Strahltriebwerk (mit zwei Schwenkdüsen) Tumanski R-28W-300 mit 69,5 kN Schub und zwei Hubtriebwerken Kolesow RD-36-35WFR mit je 29,9 kN Schub]

Leistung : 

Höchstgeschwindigkeit 1.050 km/h in 11.000 m Höhe {1.150 km/h in 11.000 m Höhe} [900 km/h in 11.000 m Höhe]; Dienstgipfelhöhe 11.300 m {11.300 m} [5.000 m]; max. Reichweite 680 km bei Kurzstart bzw. 500 km bei Vertikalstart {680 km bei Kurzstart bzw. 500 km bei Vertikalstart} [680 km bei Kurzstart bzw. 500 km bei Vertikalstart, 2.900 km Überführungsreichweite mit vier Zusatztanks]

Gewicht : 

Leermasse 7.484 kg [8.390 kg]; max. Startmasse 10.300 kg bei Vertikalstart {10.800 kg} [10.000 kg] bzw. 11.300 kg bei Kurzstart {11.800 kg

Abmessungen : 

Spannweite 7,02 m {7,02 m} [7,02 m]; Länge 16,37 m {16,37 m} [17,76 m]; Tragflügelfläche 18,41 m² {18,41 m²} [18,41 m²]

Bewaffnung : 

Waffenzuladung von 600 kg bei Vertikalstart bzw. 2.000 kg bei Kurzstart an vier Aufhängepunkten; unter anderem  Kanonenbehälter UPK-23-250 mit einer zweiläufigen Grjazew-Schipunow 23-mm-Kanone GSch-23L, Kurzstrecken-Luft-Luft-Raketen R-3 oder R-60, Luft-Boden-Raketen Ch-23, Raketenbehälter UB-16 bzw. UB-32 für 16 bzw. 32 ungelenkte 57-mm-Luft-Boden-Raketen S-5, taktische Nuklearbomben, konventionelle Bomben bis zur Größe der FAB-500 und Brandbomben ZAB-100 {Waffenzuladung von 1.000 kg bei Vertikalstart bzw. 2.000 kg bei Kurzstart an vier Aufhängepunkten; unter anderem  Kanonenbehälter UPK-23-250 mit einer zweiläufigen Grjazew-Schipunow 23-mm-Kanone GSch-23L, Kurzstrecken-Luft-Luft-Raketen R-3 oder R-60, Luft-Boden-Raketen Ch-23 oder Ch-25MT/ML, Antiradar-Raketen Ch-25MP, Raketenbehälter UB-16 bzw. UB-32 für 16 bzw. 32 ungelenkte 57-mm-Luft-Boden-Raketen S-5, taktische Nuklearbomben, konventionelle Bomben bis zur Größe der FAB-500, Brandbomben ZAB-100, Streubomben RBK-500 und Zusatztanks}

Versionen:

Jak-36M : 

Bezeichnung der Prototypen der Jak-38 auf der Basis des experimentellen Senkrechtstarters Jak-36 "Freehand" und einer kleinen Vorserie

Jak-36P : 

Projekt der Jak-36M als Abfangjäger

Jak-36M-O : 

Projekt der Jak-36M mit stärkerem Triebwerk ohne Hubtriebwerken

Jak-36MU : 

Prototyp der Jak-38U

Jak-38 "Forger-A" : 

Bezeichnung der Jak-36M bei den sowjetischen Streitkräften; auch als Jak-36MP bezeichnet

Jak-38U "Forger-B" : 

unbewaffnete zweisitzige Trainervariante der Jak-38

Jak-38L : 

Projekt der Jak-38 mit einem Nachbrennertriebwerk Ljulka AL-21F

Jak-38M : 

Version der Jak-38 mit schubstärkeren Triebwerken, modernisierter Avionik, modifiziertem Fahrwerk und mit der Möglichkeit von Zusatztanks

Jak-38MP : 

Projekt einer Version der Jak-38M als Abfangjäger mit Bordradar (ähnlich der British Aerospace Sea Harrier), Kurzstrecken-Luft-Luft-Raketen R-60 und Mittelstrecken-Luft-Luft-Raketen R-24R

Jak-38MZ : 

Projekt einer Version der Jak-38M mit längerem Rumpf, zweites Hubtriebwerk mit einer 15° Schubvektorsteuerung, moderner Avionik, Mittelstrecken-Luft-Luft-Raketen R-27, Langstrecken-Luft-Luft-Raketen R-77 und Antischiffs-Raketen Ch-31A: zu Gunsten der Jak-141 aufgegeben

 

 
letzte Änderung :  24.07.2015